Schleimpfropf: wie er aussieht, wann er abgeht und was er bedeutet
Geprüft von Manuel Fernández, matrón · Wie wir arbeiten
Der Schleimpfropf ist eine zähe Schleimmasse, die den Gebärmutterhals während der Schwangerschaft verschließt und dein Baby vor Infektionen schützt. Am Ende der Schwangerschaft, wenn der Gebärmutterhals weicher wird und sich zu öffnen beginnt, löst er sich und geht über die Scheide ab: Er ist gallertartig wie Eiweiß, durchsichtig, weißlich, rosa oder bräunlich, manchmal mit Blutfäden, und kann auf einmal oder in Stücken abgehen. Wenn sich der Schleimpfropf löst, heißt das nicht, dass die Geburt begonnen hat: Bis dahin können noch einige Stunden bis mehrere Tage vergehen. Nur wegen des Schleimpfropfs musst du nicht in die Klinik; wohl aber, wenn du so stark wie bei einer Periode blutest, die Fruchtblase platzt, du regelmäßige Wehen hast oder er vor der 37. Woche abgeht.
In diesem Ratgeber erklären dir unsere Hebammen, was der Schleimpfropf ist, wie er aussieht, wann er abgeht, wie du ihn von Ausfluss oder einem Blasensprung unterscheidest und wann du anrufen oder in die Klinik fahren solltest.
Das Wichtigste in Kürze:
- Was ist das? Der Schleim, der den Gebärmutterhals während der Schwangerschaft verschließt.
- Wie sieht er aus? Gallertartig und zäh; durchsichtig, weißlich, gelblich, rosa oder bräunlich, manchmal mit Blutfäden.
- Wann geht er ab? Am Ende der Schwangerschaft, Tage oder Stunden vor der Geburt oder erst während der Geburt. Manche Frauen bemerken ihn nicht.
- Beginnt die Geburt? Nicht allein dadurch. Die Geburt beginnt mit regelmäßigen, immer stärkeren Wehen.
- Wann in die Klinik? Bei einer Blutung wie bei einer Periode oder stärker, Blasensprung, regelmäßigen Wehen, weniger Kindsbewegungen, Fieber oder wenn es vor der 37. Woche passiert.
Was ist der Schleimpfropf?
In der Schwangerschaft bildet der Gebärmutterhals einen zähen Schleim, der sich in seinem Kanal sammelt und ihn wie ein Pfropfen verschließt. Er ist eine natürliche Barriere: Er trennt die Gebärmutter von der Scheide und hilft zu verhindern, dass Keime zur Fruchtblase und zum Baby aufsteigen.
In den letzten Wochen bereitet sich der Gebärmutterhals auf die Geburt vor: Er wird weicher, kürzer und beginnt sich zu öffnen. Durch diese Veränderungen löst sich der Schleimpfropf und geht ab. Manchmal reißen dabei auch kleine Gefäße am Gebärmutterhals, deshalb kann der Schleim blutig sein. Hebammen nennen das auch Zeichnen oder Zeichnungsblutung.
Wie sieht der Schleimpfropf aus? Farbe und Aussehen
- Konsistenz: gallertartig, klebrig und dehnbar, zäher als der übliche Ausfluss. Oft wird er mit rohem Eiweiß verglichen.
- Farbe: durchsichtig, weißlich oder gelblich; auch rosa oder bräunlich oder mit roten Blutfäden. All das kann normal sein.
- Menge: Er kann auf einmal als Schleimklumpen abgehen oder nach und nach, in Stücken, über mehrere Tage. Viele Frauen sehen ihn in der Unterwäsche oder beim Abwischen.
Nicht normal ist eine Blutung mit viel rotem Blut, so stark wie eine Periode oder stärker: Dann musst du in die Klinik (mehr dazu weiter unten).
Schleimpfropf, Ausfluss, Blasensprung oder Blutung: die Unterschiede
| Wie es aussieht | Was tun | |
|---|---|---|
| Schleimpfropf | Gallertartiger, zäher Schleim, durchsichtig, rosa oder bräunlich, manchmal mit Blutfäden | Nichts Dringendes, wenn du am Termin bist und keine anderen Anzeichen hast |
| Ausfluss in der Schwangerschaft | Flüssiger und dünner, weißlich, ohne Blut; nimmt am Ende der Schwangerschaft zu | Normal; lass dich untersuchen, wenn er juckt, brennt oder unangenehm riecht |
| Blasensprung | Flüssigkeit, die herausläuft und nass macht, im Schwall oder tröpfchenweise, und sich nicht zurückhalten lässt; meist klar | Ruf in der Klinik an oder fahr hin; dringend, wenn sie grün, braun, rot ist oder unangenehm riecht |
| Blutung | Viel rotes Blut, wie bei einer Periode oder mehr, mit oder ohne Schmerzen | Notaufnahme |
Wann geht der Schleimpfropf ab?
Normalerweise am Ende der Schwangerschaft, ab der 37. Woche, wenn sich der Gebärmutterhals vorzubereiten beginnt. Er kann ein paar Tage vor der Geburt abgehen, ein paar Stunden vorher oder erst während der Geburt. Manche Frauen verlieren ihn, ohne es zu merken, bei anderen ist gar kein Schleimpfropf zu sehen.
Häufig geht er auch ab, oder es zeigt sich etwas blutiger Schleim, nach einer vaginalen Untersuchung in der Praxis oder nach dem Sex, weil der Gebärmutterhals sehr gut durchblutet ist. Das heißt nicht, dass die Geburt in Gang gekommen ist.
Und wenn er vor der 37. Woche abgeht?
Wenn du den Schleimpfropf, viel Schleim oder blutigen Schleim vor der 37. Woche verlierst, ruf noch am selben Tag deine Hebamme oder deine Klinik an, vor allem wenn du zusätzlich Wehen, Rückenschmerzen oder Schmerzen im Unterbauch, Druck im Becken oder Flüssigkeitsabgang hast: Das können Anzeichen einer Frühgeburt sein.
Heißt Schleimpfropf-Abgang, dass die Geburt beginnt?
Nein. Er ist ein Zeichen, dass sich der Gebärmutterhals vorbereitet und die Geburt näher rückt, aber allein bedeutet er nicht, dass die Geburt begonnen hat oder unmittelbar bevorsteht. Zwischen dem Abgang des Schleimpfropfs und dem Beginn der Geburtswehen können Stunden oder mehrere Tage liegen.
Die Geburt beginnt wirklich, wenn regelmäßige Wehen einsetzen, die immer häufiger, länger und stärker werden und den Gebärmutterhals öffnen. Vorher erleben viele Frauen eine Phase mit unregelmäßigen Wehen, die Vorwehen, die den Gebärmutterhals vorbereiten, aber noch keine richtigen Geburtswehen sind.
Wie lange dauert es nach dem Schleimpfropf bis zur Geburt?
Das lässt sich nicht sagen. Bei manchen Frauen kommt die Geburt nach ein paar Stunden, bei anderen vergehen mehrere Tage. Dass es so weit ist, zeigen dir regelmäßige Wehen oder ein Blasensprung, nicht der Schleimpfropf.
Mein Schleimpfropf ist abgegangen: Was tun?
- Wenn du in der 37. Woche oder später bist und keine anderen Anzeichen hast, musst du nicht in die Klinik. Du kannst ganz normal weitermachen, duschen und dich ausruhen. Erzähl es bei deinem nächsten Vorsorgetermin.
- Achte auf Wehen: Wenn welche einsetzen, schreib auf, in welchen Abständen sie kommen und wie lange sie dauern.
- Achte auf die Bewegungen deines Babys, wie immer.
- Nimm eine Binde oder Slipeinlage, keinen Tampon, damit du die Farbe gut erkennst.
Wann solltest du in die Klinik fahren oder anrufen?
Fahr in deine Geburtsklinik oder ruf die 112, wenn du nicht selbst hinkommst, wenn du Folgendes hast:
- Vaginale Blutung, so stark wie eine Periode oder stärker, vor allem mit Schmerzen.
- Blasensprung (Fruchtwasser geht über die Scheide ab): Mach dich zügig, aber in Ruhe auf den Weg in die Klinik. Ist das Fruchtwasser grün, braun, rot oder riecht es unangenehm, fahr sofort los.
- Regelmäßige, schmerzhafte Wehen. Halte dich an die Hinweise deiner Klinik. Als Richtwert gilt beim ersten Kind: Wehen, die etwa eine Stunde lang regelmäßig alle 5 Minuten kommen; ab dem zweiten Kind: regelmäßige Wehen alle 10 Minuten.
- Dein Baby bewegt sich weniger als sonst oder du spürst es nicht.
- Fieber über 38 °C.
- Der Schleimpfropf ist vor der 37. Woche abgegangen und du hast Wehen, Schmerzen oder Flüssigkeitsabgang.
Wenn du unsicher bist, ruf deine Hebamme oder deine Klinik an: Lieber einmal zu oft fragen. Wie du die Geburt erkennst und wann du losfahren solltest, liest du in unserem Ratgeber zur Geburt: Wann in die Klinik?.
Und während du wartest: für die Zeit nach der Geburt
Die letzten Wochen sind ein guter Zeitpunkt, um alles für dein Baby vorzubereiten. Wenn du stillen möchtest und eine Flasche bereithalten willst, für die Zwiemilchernährung, für abgepumpte Muttermilch oder falls ihr sie in den ersten Tagen braucht, empfehlen wir dir als Hebammen einen Sauger, der deiner Brust so ähnlich wie möglich ist. Deshalb haben wir die maßgefertigte Happymami-Flasche entwickelt, mit einem Sauger, der nach der Form deiner Brust gestaltet wird, und du kannst sie schon vor der Geburt bestellen.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob es der Schleimpfropf ist?
An der Konsistenz: Er ist viel zäher und gallertartiger als Ausfluss und geht meist auf einmal oder in Stücken ab, manchmal rosa oder mit Blutfäden. Ist es flüssig und macht nass, kann es die Fruchtblase sein.
Was ist, wenn der Schleimpfropf abgeht und ich keine Wehen habe?
Nichts. Das ist häufig: Der Gebärmutterhals bereitet sich vor, aber bis die Geburt beginnt, können Tage vergehen. Mach ganz normal weiter und warte, bis regelmäßige Wehen einsetzen.
Muss ich in die Klinik, wenn der Schleimpfropf abgeht?
Nein, wenn du am Termin bist und keine starke Blutung, keinen Blasensprung, keine regelmäßigen Wehen, kein Fieber und keine verringerten Kindsbewegungen hast.
Geht der Schleimpfropf auf einmal ab?
Nicht immer. Er kann auf einmal oder nach und nach abgehen, und es ist normal, dass über mehrere Tage noch Reste kommen.
Kann der Schleimpfropf abgehen, ohne dass man es merkt?
Ja. Manchmal geht er nach und nach, vermischt mit dem Ausfluss, oder erst während der Geburt ab und fällt nicht auf.
Fazit
Der Schleimpfropf ist ein Zeichen, dass sich dein Körper auf die Geburt vorbereitet, aber nicht der Startschuss. Wenn du am Termin bist, beobachte ihn in Ruhe und achte auf Wehen, Fruchtblase und die Bewegungen deines Babys. Und bei jeder Frage wende dich an deine Hebamme oder deine Klinik. Wir wünschen dir eine wunderschöne Geburt.
Quellen
- NHS. Signs that labour has begun.
- MSD Manual, Ausgabe für Patienten. Geburtswehen.
- familienplanung.de (BZgA). Wie verläuft eine Geburt?