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Nahrungsmittelallergien bei Babys: Dermatitis

Lebensmittelallergien bei Babys: Symptome und was zu tun ist

Manuel Fernández

Allergische Krankheiten, darunter Lebensmittelallergien bei Babys, betreffen etwa 20 % der Bevölkerung. In den Industrieländern steigt der Anteil. Vorbeugen lohnt sich. Wie die ersten Lebensmittel wirken, ist oft unklar. Unsere Hebammen bei Happymami haben die aktuelle Evidenz hier geordnet.

Vor mehr als zehn Jahren hieß die alte Empfehlung: Lebensmittel mit hohem allergenem Potenzial später geben. Dazu gehören Ei, Soja, Erdnuss, Weizen, Schalenfrüchte, Fisch und Meeresfrüchte. Diese Lebensmittel und die Milch verursachen 90 % der Lebensmittelallergien in der Kindheit.

Spätere Studien zeigen keine Evidenz, dass dieses Hinauszögern die Allergie verhindert. Es kann das Risiko sogar erhöhen. Neuere Studien machen wahrscheinlich, dass eine frühe Einführung, also zwischen vier und sechs Monaten, von Ei und Erdnüssen das Risiko senken kann. Besonders, wenn das zusammen mit der Stillzeit geschieht. Der Einfluss des Stillens auf die Häufigkeit von Lebensmittelallergien hat derzeit keine starke Evidenz und braucht weitere Studien, vor allem auf lange Sicht.

Die aktuelle Empfehlung

Diese Lebensmittel nicht hinauszögern. Beginn zwischen vier und sechs Monaten. Sind sie eingeführt, kommen sie regelmäßig und in reichlicher Menge auf den Teller.

Es gibt keine Evidenz, dass der Ersatz der Muttermilch durch hydrolysierte Säuglingsnahrung Lebensmittelallergien verhindert. Ist Stillen nicht möglich, könnten teilweise hydrolysierte Nahrungen bei Kindern mit hohem Risiko besser sein als die üblichen. Die Evidenz ist noch nicht fest, und ein allgemeiner Einsatz lässt sich nicht empfehlen.

Präbiotika und Probiotika haben ein sehr geringes Risiko für Nebenwirkungen und können helfen. Die Ergebnisse machen Hoffnung. Für eine allgemeine Empfehlung fehlen weitere Studien und mehr Erfahrung.

Dir in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit Lebensmittel zu verbieten, hat die Häufigkeit von Lebensmittelallergien nicht gesenkt und kann die Ernährung gefährden. Es gibt eine schwache Evidenz, dass das Essen von Lebensmitteln mit hohem allergenem Potenzial in Schwangerschaft oder Stillzeit das Risiko des Babys senken kann.

Wer ein höheres Risiko hat

  • Mäßige oder schwere atopische Dermatitis in der Vorgeschichte. Je jünger und je schwerer, desto höher das Risiko.
  • Familienanamnese bei Verwandten ersten Grades, also nur Eltern und Geschwister: Lebensmittelallergie, allergische Rhinitis, Asthma oder atopische Dermatitis.

Auch bei diesen Babys wird das Hinauszögern nicht empfohlen. Die Verzögerung verhindert die Allergie nicht und scheint das Risiko zu erhöhen.

Zuerst kommen Lebensmittel mit geringerem Risiko: Obst, Gemüse, Reis. Lebensmittel mit hohem Risiko gibst du zu Hause und unter Aufsicht, nicht im Restaurant und nicht in der Kita. Wenn ein Antihistaminikum da ist, liegt es griffbereit. Der kleinste Verdacht gehört zur Kinderärztin.

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Obst

Eine Obstallergie erkennst du an Hautausschlag, Schwellung, Juckreiz und, in schwereren Fällen, an Atemnot oder Anaphylaxie. Siehst du das nach Obst, hol sofort medizinische Hilfe, damit die Allergie bestätigt und der Umgang geklärt wird.

Lebensmittelallergien, auch gegen Obst, sind nicht extrem häufig und auch nicht selten. Die Zeichen reichen von leicht bis schwer. Die meisten Babys vertragen Obst gut. Manche reagieren, vor allem auf Erdbeeren, Zitrusfrüchte und Melonen. Neue Lebensmittel kommen eins nach dem anderen, und du beobachtest die Reaktion.

Wie sich die Allergie zeigt

Eine allergische Reaktion ist eine ungewohnte Antwort des Immunsystems. Der Körper hält bestimmte Lebensmittelproteine für schädlich, obwohl sie es nicht sind. Die Schwere schwankt. Die gefährlichsten Reaktionen kommen meist kurz nach dem Auslöser.

Am häufigsten sind Verdauung und Haut. Verdauung: Erbrechen oder Durchfall, Bauchschmerz als Unruhe oder Weinen, Juckreiz oder Angioödem im Mund, also Jucken oder Schwellung. Haut: Dermatitis, Rötung oder Urtikaria. Urtikaria sind erhabene rosa Flecken, deren Farbe beim Drücken verschwindet. Die Flecken jucken oder schmerzen und ähneln Insektenstichen.

Seltener die Atemwege: Juckreiz in der Nase, verstopfte Nase, Niesen, reichlich klarer Schnupfen, oder Bronchospasmus mit Husten, Atemnot und Pfeifen.

Noch seltener, und schwerer, Kreislauf: Blässe, Schwindel oder Synkope, also eine Ohnmacht.

Was du in der Krise tust

Das verdächtige Lebensmittel sofort stoppen. Reste aus Mund, von den Händen, vom Gesicht und vom Hals entfernen. Dann eine ärztliche Einschätzung holen.

  • Sind die Zeichen leicht, nur an Haut oder Mund, und das Baby ist sonst wohl: ein gewöhnlicher Termin bei der Kinderärztin.
  • In die Notaufnahme, wenn der Allgemeinzustand schlechter wird, Erbrechen oder Durchfall sehr häufig bleiben, der Bauchschmerz stark ist oder das Weinen nicht aufhört, das Atmen schwerfällt mit viel Husten oder Pfeifen, Blässe, Schwindel oder Bewusstlosigkeit dazukommen, oder das Baby übermäßig schläfrig oder lethargisch ist.

Gluten

Gluten kommt irgendwann zwischen dem vierten und dem zwölften Monat, schrittweise. Die Mengen sind nicht festgelegt. Die Muttermilch scheint nach der aktuellen Evidenz das Risiko für Zöliakie nicht zu verändern. Mehr zur Nahrung bei Koliken und Reflux steht bei der besonderen Säuglingsnahrung.

Atopische Dermatitis

Babys können eine Dermatitis entwickeln, die mit der Ernährung zusammenhängt: atopische Dermatitis oder Säuglingsekzem. Das ist eine chronische Entzündung der Haut, oft in den ersten Lebensmonaten, bei Muttermilch und bei Säuglingsnahrung. Trockene, gerötete, juckende Flecken können nässen und bei Kratzen Krusten bilden.

Die genauen Ursachen sind nicht vollständig bekannt. Genetische und Umweltfaktoren kommen zusammen. Allergene in der Muttermilch, aus der Ernährung der Mutter, oder in der Nahrung können die Dermatitis auslösen oder verschlimmern. Babys mit Allergien, Asthma oder Ekzem in der Familie sind anfälliger.

Die Haut bleibt gut gepflegt, mit milder Seife ohne Duft. Waschmittel und Pflegeprodukte, die reizen, bleiben weg. Manchmal wird die Ernährung der Mutter angepasst oder die Nahrung gewechselt, unter ärztlicher Aufsicht. Ist die Dermatitis schwer oder bessert sie sich mit der Basispflege nicht, gehören Kinderärztin oder Dermatologie dazu.

Zum Schluss

Jedes Baby ist einzig. Du passt die Einführung an deine Situation an. Das Neue und Wichtige: potenziell allergene Lebensmittel nicht hinauszögern, und wissen, was bei einem Verdacht zu tun ist. Diese Etappe geht vorbei.

Ein Lebensmittel nach dem anderen, und mehrere Tage beobachten, bevor das nächste kommt. So lässt sich leichter sehen, welches Lebensmittel reagiert. Antihistaminika, die die Kinderärztin verordnet, liegen bereit. Die Zeichen einer Reaktion reichen von leicht bis schwer. Die Fachperson begleitet diesen Weg.

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